Copilot Sicherheit: Was wissen AI Assistenten über Ihre Unternehmensdaten
Wenn AI Assistenten zu viel wissen
Microsoft Copilot hat Büroarbeit neu definiert und wirft eine zentrale Frage auf: Sind unsere Unternehmensdaten wirklich sicher. Studien zeigen, dass 67 Prozent der Sicherheitsteams Datenabflüsse durch AI Tools befürchten.
Das wahre Ausmaß des Problems
2026 ist es kein Sci-Fi Szenario mehr, dass ein AI Assistent versehentlich Geschäftsgeheimnisse offenlegt. Der US Kongress untersagte Mitarbeitern die Nutzung von Microsoft Copilot aus Datensicherheitsgründen.
Aktuelle Zahlen:
- Über 15 Prozent der geschäftskritischen Dateien sind durch Oversharing und fehlerhafte Berechtigungen gefährdet
- 57 Prozent der Organisationen berichten über mehr Sicherheitsvorfälle seit dem AI Einsatz
- Nur 37 Prozent verfügen über einen Security Review Prozess vor dem Rollout von AI Tools
Wie Microsoft Copilot funktioniert — Schlüssel zum Königreich
Realität des Datenzugriffs
Copilot ist kein einfacher Chatbot, sondern eine Orchestrierungs Engine für:
- große Sprachmodelle
- Microsoft Graph Inhalte wie E Mails, Chats und Dokumente
- tägliche Microsoft 365 Apps wie Word, PowerPoint und Excel
Fazit: Copilot greift auf dieselben Daten zu wie Sie. Können Sie Gehaltslisten öffnen, kann Copilot das ebenfalls.
Reale Fälle — wenn AI zu ehrlich ist
EchoLeak Schwachstelle (CVE-2025-32711)
Eine im Januar 2025 gemeldete kritische Lücke ermöglichte Datenabfluss aus Microsoft 365 Copilot ohne Nutzerinteraktion.
Ablauf:
- Bösartige E Mail an das Ziel
- Versteckte Prompt Injection in einem normalen Geschäftsdokument
- Auf Nutzerfrage gab Copilot automatisch sensible Daten preis
Wayback Copilot Vorfall
Forschende zeigten, dass Copilot auf GitHub Daten zugreifen konnte, die Menschen nicht mehr sehen konnten. Insgesamt 16.290 Organisationen waren betroffen, darunter Microsoft, Google, Intel, PayPal und IBM.
Offengelegte Inhalte:
- über 100 interne Python und Node.js Pakete
- mehr als 300 private Token, Schlüssel und Secrets
- vertrauliche Quellcodeausschnitte
Microsofts Antwort — Enterprise Data Protection
Eingebaute Sicherheitsfunktionen
Nach Microsofts Angaben:
- keine Nutzung von Mandantendaten für Grundmodell Training
- Verschlüsselung ruhender und übertragener Daten
- Respektierung bestehender Zugriffsrechte
- Konformität mit GDPR und weiteren Datenschutzvorgaben
Realitätscheck
Ein zentrales Risiko ist Overpermissioning — zu weitreichende Nutzerrechte. Studien zeigen, dass über 3 Prozent sensibler Geschäftsdaten organisationsweit geteilt wurden, ohne klare Notwendigkeit.
Warum eingebauter Schutz nicht genügt
Shadow AI
Zahlreiche Unternehmen entdecken nicht genehmigte AI Apps im Einsatz. Dieses Shadow AI erhöht das Leckagerisiko erheblich.
Prompt Injection Angriffe
AI Systeme lassen sich manipulieren, wenn bösartige Anweisungen:
- in E Mails oder Dokumenten eingebettet sind
- Copilot zum unbemerkten Abruf sensibler Daten bewegen
- klassische Kontrollen umgehen
Wie lassen sich Unternehmensdaten im Zeitalter von KI-Assistenten schützen?
Microsoft Copilot und andere KI-Assistenten steigern die Produktivität erheblich – bringen jedoch auch neue Sicherheitsrisiken mit sich. Da diese Tools auf dieselben Daten zugreifen wie die Benutzer selbst, können übermäßige Berechtigungen, fehlerhafte Freigaben und unkontrollierte KI-Nutzung schnell zu sensiblen Datenlecks führen.
Warum grundlegende Sicherheitsmaßnahmen nicht mehr ausreichen
In KI-gestützten Umgebungen reichen klassische, punktuelle Sicherheitskontrollen nicht mehr aus. Zu den häufigsten Risiken gehören:
- übermäßige Zugriffsrechte (Over-Permissioning),
- Shadow-AI ohne Genehmigung,
- Prompt-Injection-Angriffe über E-Mails oder Dokumente,
- verzögerte oder fehlende Incident-Erkennung.
Diese Bedrohungen lassen sich nur durch kontinuierliches 24/7-Monitoring wirksam eindämmen.
Die Rolle des SOC beim KI-gestützten Datenschutz
Ein modernes, gemanagtes Security Operations Center (SOC) sammelt nicht nur Alarme, sondern überwacht, korreliert und bewertet Sicherheitsereignisse in KI-fähigen Umgebungen aktiv.
Vorteile einer SOC-basierten Sicherheitsstrategie:
- kontinuierliche Überwachung von Endpunkten und Cloud-Services,
- verhaltensbasierte Anomalieerkennung gegen KI-gestützte Angriffe,
- schnelle Reaktion und Isolierung bei Sicherheitsvorfällen,
- detaillierte Protokollierung für Audit- und Compliance-Zwecke.
Gerade in Microsoft-365-Umgebungen mit Copilot ist dies entscheidend, da Datenbewegungen schnell und häufig ohne direkte Benutzerinteraktion erfolgen.
Praktische Schritte für Unternehmen
Kurzfristig (1–4 Wochen):
- Überprüfung von Berechtigungen und Freigaben in SharePoint und OneDrive,
- Definition von AI-Governance-Richtlinien,
- Identifikation und Klassifizierung sensibler Daten.
Mittelfristig (1–3 Monate):
- Einführung eines gemanagten SOC-Services,
- Implementierung von Endpoint-Security und SIEM-Integration,
- Überwachung und Steuerung der KI-Nutzung.
Langfristig (3–12 Monate):
- Etablierung eines Zero-Trust-Ansatzes,
- kontinuierliche Compliance- und Audit-Unterstützung,
- Abstimmung der Datensicherheitsstrategie mit der KI-Adoption.
Fazit: KI-Sicherheit ist ein Business-Thema
Copilot und andere KI-Assistenten sind nicht per se riskant – das eigentliche Risiko liegt im fehlenden Überblick und in mangelnder Kontrolle. Unternehmen, die ihre KI-Sicherheitsstrategie proaktiv gestalten, erkennen Bedrohungen schneller, reduzieren Sicherheitsvorfälle und erzielen bessere Compliance-Ergebnisse.
Gloster Cloud unterstützt Unternehmen mit SOC-basierten, gemanagten Sicherheitsservices dabei, KI sicher einzusetzen – ohne Kompromisse beim Datenschutz.




